Kurz vor dem Neujahrsfest haben US-Präsident Joe Biden und Chinas Präsident Xi Jinping zum Hörer gegriffen. Dabei wurde klar: Der Ton ist wieder zivil. Aber beide Seiten scheinen in der Sache hart zu bleiben. Bidens Formel vom "extremen Wettbewerb" könnte sich bewahrheiten.
Von Christiane Kuehl
Joe Biden und Xi Jinping stehen vor dem gleichen Dilemma: Wer soll als erster ein Friedensangebot unterbreiten, um die bilateralen Beziehungen kurzfristig zu stabilisieren und einen dauerhaften strategischen Vorteil in der bilateralen Rivalität zu erlangen. Obwohl beide Länder strategische Konkurrenten bleiben, würde ihre Rivalität damit auf stabileren Erwartungen und beiderseitig akzeptierten Regeln beruhen. Xi hat mehr Handlungsspielraum für den ersten Schritt.
Von Antje Sirleschtov
Die Geschichte lehrt: Stark wachsende Länder werden zur Bedrohung für das Establishment, es wächst die Kriegsgefahr. Chinas ökonomische und geostrategische Interessen bedrohen heute insbesondere die USA. Europa muss seine Rolle als Vermittler finden.
Von Nico Beckert
Zur Amtseinführung des neuen US-Präsidenten lobt Sigmar Gabriel die EU für das Investitionsabkommen mit China. Es sei ein souveränes Zeichen gegenüber Amerika: "Uns gibt es nicht für lau", sagt er. Die Entkopplung Chinas, warnt der Vorsitzende der Atlantikbrücke, wäre für Europa eine "massive Selbstbeschädigung".
Von Felix Lee