„Neudemokratische Revolution“? „Der Ursprungsmotivation treu bleiben“? Die Phrasen der KP Chinas bedeuten oft etwas ganz anderes, als sie suggerieren. Chinakundler:innen bemühen sich, das Geflecht der Phrasen zu entschlüsseln, schließlich geben sie Aufschluss über die künftige Politik. Xi Jinping hat es beim Drechseln der Worte zu besonderer Meisterschaft gebracht – und mancher westliche Politiker geht ihm ahnungslos auf den Leim.
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Der Besuch der stellvertretenden US-Außenministerin Wendy Sherman in Tianjin sollte Missverständnissen mit China vorbeugen. Die Volksrepublik nutzt das Treffen zum verbalen Frontalangriff. Doch Peking verfolgt ein größeres Ziel.
Von Michael Radunski
Es erinnert ein wenig an die Ablehnung des Manuskripts für Harry Potter durch zahlreiche Verlage: Als Xi Jinping Anfang der 70er-Jahre in die KP Chinas eintreten wollte, lehnten die Verantwortlichen seinen Antrag aus politischen Gründen ab. Später musste er sich auf die Uni mogeln, weil er erst keinen Studienplatz erhalten sollte. Eine selbst geschriebene Lebensbeschreibung des späteren Staatschefs erlaubt faszinierende Einblicke in diese Zeit – und erklärt zum Teil seine Denkweise.
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Wenn Henry Kissinger und seine chinesischen Gesprächspartner Anfang der Siebzigerjahre diplomatisch nicht mehr weiterkamen, besuchten sie den Himmelstempel in Peking – und die Luft klärte sich. Auch heute noch inspiriert der ehemals heilige Ort voller Symbolik manch scharfsinnige Analyse. Kissinger als Vordenker der modernen amerikanischen Chinapolitik verzweifelt derweil am aggressiven Kurs der Großmächte.
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Xi Jinping trug bei seinem Auftritt zum Parteijubiläum nicht nur einfach eine Jacke im Mao-Stil, sondern sogar eine im exakten Schnitt und Farbton des Originals. Unser Kolumnist kennt den Schneider, der heute solche aktualisierten Versionen des politisch aufgeladenen Kleidungsstücks herstellt. Der Meister plauderte aus, welche Besonderheiten Staatschef Hu Jintao einst für seine Gala-Mao-Jacke bestellt hat.
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In seiner Rede zum hundertsten Gründungstag der Kommunistischen Partei betont Xi Jinping zwar, China sei für konstruktive Kritik aus anderen Ländern offen und strebe nach einer gemeinsamen, friedlichen Weltordnung. Doch dann ändert sich der Ton: Die Zeit sei vorbei, China von oben herab "zu belehren" oder gar zu "zu schikanieren". Um sich zu verteidigen brauche China daher eine starke Armee. Und Taiwan gehöre zum Festland.
Von Frank Sieren